Stefanie Andrä
Mein Name ist Stefanie Andrä. Geboren in Lutherstadt Wittenberg und auf dem Land aufgewachsen, zog es mich nach meinem Abitur 2007 nach Berlin – einer Stadt, die angesichts schier unendlicher Perspektiven meinen (beruflichen) Weg entscheidend geprägt hat. Den lehrreichen Einstieg bildete eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin mit anschließender Arbeit in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dort entstand in mir der Wunsch, junge Menschen in herausfordernden Lebenssituationen besser begleiten und unterstützen zu können, was mich zum Studium der Sozialen Arbeit brachte. Dabei setzte ich Schwerpunkte auf Suchthilfe, Sozialpsychiatrie und sozialraumorientierte Arbeit. Die Arbeit als Streetworkerin in Berlin-Neukölln lehrte mich viel, sowohl über die Komplexität und Diversität von Problem- und Lebenslagen als auch die Stärken und blinden Flecken des Hilfesystems.
In der Berufs- und Lebenswegplanung half ich jungen Menschen, ihre Potenziale zu erkennen, neue Perspektiven zu entwickeln und Chancen zu ergreifen, selbst unter schwierigen Bedingungen. Das Thema seelische Gesundheit begleitete mich weiter und führte mich mit dem Bundesprogramm Mental Health Coaches an eine Schule. Dort entwickelte ich kreative und innovative Ansätze, um Jugendliche in ihrer mentalen Gesundheit zu stärken. Individuelle Methoden, die gerade im starren System Schule dringend benötigt werden. Ich habe große Freude daran, neue Handlungskompetenzen zu entwickeln, um nicht nur meinen Horizont zu erweitern, sondern auch den der Menschen, mit denen ich arbeite. Dazu nutze ich Fort- und Weiterbildungen wie bspw. diskriminierungssensible Jungen*Arbeit, theater- und erlebnispädagogische Methoden oder Ersthelferin für seelische Gesundheit. Aktuell nehme ich am berufsbegleitenden Masterprogramm „Psychologische Diagnostik, Evaluation und Beratung” teil. In meiner Freizeit finde ich Inspiration und Ausgleich in der Natur, beim Sport, im kreativen Gestalten oder auf Reisen. Was mich antreibt, ist die Lust zu lernen und zu entdecken.
Jetzt bin ich Mitte 30 und habe in Konstanz meine Wahlheimat gefunden. Zu querfeldein aufbrechen führten mich viele glückliche Zufälle und meine Neugier für unkonventionelle Arbeitsansätze. Schon bei der ersten Hospitation erkannte ich für mich die großen Stärken von Reiseprojekten im Rahmen von ISE-Maßnahmen: eine intensive und langfristige Beziehungsarbeit, die grundlegend für eine Unterstützung in Ausnahmesituationen ist, in den meisten Bereichen der Sozialen Arbeit allerdings zu kurz kommt. Und ein flexibles Konzept, das sich auf die Adressat:innen einstellt und nicht andersherum. Einfach querfeldein aufbrechen.