über uns

Wir arbeiten mit Jugendlichen, die oft mit Begriffen wie „Systemsprenger:innen”, „Hochrisiko-Klientel” oder „Intensivtäter:innen” beschrieben werden. Hinter diesen Zuschreibungen stehen junge Menschen mit schwierigen Lebensgeschichten, die von Brüchen, Unsicherheiten und belastenden Erfahrungen geprägt sind. Viele von ihnen haben wiederholt erlebt, dass Beziehungen abbrechen oder Hilfen nicht greifen. So kann ein Teufelskreis aus negativen Erfahrungen entstehen – im Kontakt mit dem Hilfesystem, in der Schule und im gesellschaftlichen Umfeld.

Verhaltensweisen wie Rückzug, Verweigerung, Grenzüberschreitungen oder Aggressionen sind dabei oft kein „Problem an sich”, sondern Ausdruck dieser Erfahrungen. Sie können für die Jugendlichen selbst und für ihr Umfeld sehr belastend sein und führen nicht selten dazu, dass Hilfemaßnahmen erneut scheitern. Genau an diesem Punkt setzen wir an!

Simon Brombach

Simon Brombach

Mein Name ist Simon Brombach, derweil bin ich in der Mitte meiner 30er und wohne in Konstanz. Mein Leben führte mich nicht nur nach einer Schreinerausbildung in meinem Heimatort nahe dem Schwarzwald, mit dem Rucksack durch Lateinamerika und wieder zurück, für den Zivildienst im Krankenhaus, später in eine Einrichtung für Menschen mit Behinderung, während ich die Fachhochschulreife erlangte, um dann in Osnabrück Soziale Arbeit zu studieren und parallel bei Erlebnistage Harz am Ausbildungsprogramm zum Erlebnispädagogen teilzunehmen, nach Berlin, um in der großen Stadt Erfahrungen in der aufsuchenden Jugendsozialarbeit (Streetwork) zu sammeln und dann, nach ein bisschen Zeit, parallel das berufsbegleitende Studium „Biografisches und Kreatives Schreiben“ zu beginnen, es führte mich zu ISE-Maßnahmen und Reiseprojekten und nach den einigen erfahrungsreichen Jahren dazu „querfeldein aufbrechen“ zu gründen.

Ich stand nie still, feilte und feile weiter daran, meine individualpädagogischen und erlebnispädagogischen Angebote auszudifferenzieren. So besuchte ich in den letzten Jahren zahlreiche Fortbildungen und Fachtagungen, um auf dem Laufenden zu bleiben. Unter anderem zu Suchtprävention, Gesundheit und Resilienzförderung, zu Diversität, Jugendkulturen und zu Digitalisierung. Ich nahm an Outdoor-Erste-Hilfe-Kursen teil und absolvierte den Rettungsschwimmer. Um Angebote zu Wasser bieten zu können, erwarb ich den Instruktor-Schein für Stand-Up-Paddling und den Fischereischein.

Stefanie Andrä

Mein Name ist Stefanie Andrä. Geboren in Lutherstadt Wittenberg und auf dem Land aufgewachsen, zog es mich nach meinem Abitur 2007 nach Berlin – einer Stadt, die angesichts schier unendlicher Perspektiven meinen (beruflichen) Weg entscheidend geprägt hat. Den lehrreichen Einstieg bildete eine Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin mit anschließender Arbeit in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie. Dort entstand in mir der Wunsch, junge Menschen in herausfordernden Lebenssituationen besser begleiten und unterstützen zu können, was mich zum Studium der Sozialen Arbeit brachte. Dabei setzte ich Schwerpunkte auf Suchthilfe, Sozialpsychiatrie und sozialraumorientierte Arbeit. Die Arbeit als Streetworkerin in Berlin-Neukölln lehrte mich viel, sowohl über die Komplexität und Diversität von Problem- und Lebenslagen als auch die Stärken und blinden Flecken des Hilfesystems.

In der Berufs- und Lebenswegplanung half ich jungen Menschen, ihre Potenziale zu erkennen, neue Perspektiven zu entwickeln und Chancen zu ergreifen, selbst unter schwierigen Bedingungen. Das Thema seelische Gesundheit begleitete mich weiter und führte mich mit dem Bundesprogramm Mental Health Coaches an eine Schule. Dort entwickelte ich kreative und innovative Ansätze, um Jugendliche in ihrer mentalen Gesundheit zu stärken. Individuelle Methoden, die gerade im starren System Schule dringend benötigt werden. Ich habe große Freude daran, neue Handlungskompetenzen zu entwickeln, um nicht nur meinen Horizont zu erweitern, sondern auch den der Menschen, mit denen ich arbeite. Dazu nutze ich Fort- und Weiterbildungen wie bspw. diskriminierungssensible Jungen*Arbeit, theater- und erlebnispädagogische Methoden oder Ersthelferin für seelische Gesundheit. Aktuell nehme ich am berufsbegleitenden Masterprogramm „Psychologische Diagnostik, Evaluation und Beratung” teil. In meiner Freizeit finde ich Inspiration und Ausgleich in der Natur, beim Sport, im kreativen Gestalten oder auf Reisen. Was mich antreibt, ist die Lust zu lernen und zu entdecken.
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Jetzt bin ich Mitte 30 und habe in Konstanz meine Wahlheimat gefunden. Zu querfeldein aufbrechen führten mich viele glückliche Zufälle und meine Neugier für unkonventionelle Arbeitsansätze. Schon bei der ersten Hospitation erkannte ich für mich die großen Stärken von Reiseprojekten im Rahmen von ISE-Maßnahmen: eine intensive und langfristige Beziehungsarbeit, die grundlegend für eine Unterstützung in Ausnahmesituationen ist, in den meisten Bereichen der Sozialen Arbeit allerdings zu kurz kommt. Und ein flexibles Konzept, das sich auf die Adressat:innen einstellt und nicht andersherum. Einfach querfeldein aufbrechen.

Stefanie Andrä